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2. Die Römische Eroberung von Südwestdeutschland

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Südwestdeutschland wurde im Lauf seiner Geschichte von verschiedenen Völkern besiedelt. So war es in den Jahrhunderten vor Christi Geburt die Heimat keltischer Stämme. Um die Zeitenwende rückte das Land in das Blickfeld des römischen Reiches und sollte nach der Eroberung über 200 Jahre Teil desselben bleiben. Im folgenden ein kurzer Abriss dieser Besetzungsgeschichte.

Das Imperium
Das römische Imperium
zur Zeit seiner größten Ausdehnung.

Der Beginn der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands geht zurück auf das Jahr 15 v. Chr. In dieses Jahr fällt der Beginn des sogenannten Alpenfeldzugs, bei dem Drusus und Tiberius, die Adoptivsöhne des Kaisers Augustus, das Alpenvorland unter römischen Einfluss brachten. Dieses Gebiet sollte, zusammen mit dem schon unter Caesar eroberten linksrheinischen Gallien als Ausgangspunkt der Eroberung Germaniens dienen. Geplant war ein grossangelegter Zangenangriff, wobei die ursprüngliche Planung des Augustus vorsah, das Land bis hin zur Elbe unter römische Herrschaft zu bringen.

Im Jahr 7. n. Chr. wurde Publius Quinctilius Varus Statthalter der besetzten germanischen Gebiete. Rom ging davon aus, dass das eroberte Land als ordentliche Provinz eingerichtet werden könnte. Sie hatten jedoch nicht mit dem Widerstand der Germanen gerechnet.

Hermannsdenkmal
Hermannsdenkmal bei Detmold

Der junge Arminius, ein Adeliger aus dem Stamm der Cherusker, war Führer einer germanischen Hilfstruppe im römischen Heer gewesen. So lernte er die lateinische Sprache und die römischen Sitten und Strategien und erwarb sich das Vertrauen des Varus. Im Hintergrund organisierte er aber eine Verschwörung mit dem Ziel, die Invasoren zu vertreiben.


Grabmal
Grabstein aus Xanten

Im Jahr 9. n. Chr. griff ein germanischer Stamm die römische Armee an. In der Schlacht im Teutoburger Wald wurde das riesige römische Heer vernichtend geschlagen. Varus beging Selbstmord und im fernen Rom beklagte sich Kaiser Augustus: "Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder".
Nach dieser für die Römer verheerenden Niederlage im Teutoburger Wald wurde die offensive Eroberungspolitik in Germanien für einige Jahrzehnte wieder aufgegeben.

Unter Kaiser Claudius erfolgte um die Mitte des ersten Jahrhunderts n. Chr. der zweite grosse Angriff auf Südwestdeutschland. Dabei gelang es, das Land bis zur Donau hin zu erobern und mit einer Reihe von Kastellen zu befestigen.

Die Errichtung der Kastelle von Rottweil und Waldmössingen während der Regierungszeit Kaiser Vespasians um das Jahr 75 n. Chr ermöglichte eine kürzere Verbindung vom Rhein zur Donau. Schon wenige Jahre später wurde unter Kaiser Domitian die Donaugrenze auf die Schwäbische Alb vorverlegt. Um die Mitte der achtziger Jahre kam es zu einem erneuten Vorrücken der Truppen. Die neue Grenzlinie reichte nun bis zum Neckar.
Zu einer letzten Vorverlegung der Grenze kam es unter Kaiser Antoninus Pius um die Mitte des zweiten Jahrhunderts n. Chr. Der sogenannte Obergermanisch-Rätische Limes bildete den nördlichsten Grenzverlauf.

Der Limes
Karte der römische Besetzung Südwestdeutschlands.

Mit einer Länge von 550 Kilometern ist der Limes neben der Chinesischen Mauer das längste von Menschen geschaffene Bauwerk der Welt. In der obergermanischen Provinz bestand er aus einem mit Holzpalisaden bekrönten Wall und einem davorliegenden Graben. In Rätien bestand er aus einer Steinmauer. In regelmässigen Abständen standen Türme, die mit Wachsoldaten besetzt waren. Im Falle eines Angriffs leitete man eine Nachricht von Wachturm zu Wachturm und alarmierte die Soldaten in den hinter dem Limes liegenden Kastellen. Bis heute sind am Limes 72 Kastelle nachgewiesen.

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